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Aktuelle Nachrichten zu Rotwein und Weißwein

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Die chinesische Weinnachfrage steigt

Die chinesische Weinnachfrage steigt erheblich. Das gilt insbesondere für Bordeaux-Weine aus klassischen europäischen Weinregionen. Laut großer Weinhändler aus China sind dies die Toskana oder der Piemont. Aber auch Güter aus Kalifornien, Chile, Australien sowie Südafrika erfreuen sich immer höherer Beliebtheit.

Nick Pegna, CEO bei Berry Bros. & Rudd aus Hong Kong stellt sogar eine Verdreifachung des Umsatzes dar – und das erstmals seit 10 Jahren. Grund hierfür sei wiederum die Popularität der Weine aus dem Burgund.

Auch Don St. Pierre, Junior CEO bei ASC Fine Wines kann dieses Phänomen bestätigen. So sind es vor allem eine hohe Nachfrage nach Grand Crus Gütern wie Mouton-Rothschild, Margaux und Haut Brion sowie Penfolds Grange aus Australien und dem italienischen Gaja.

Grund hierfür seien ausgeprägtere Weinkenntnisse chinesischer Konsumenten. Weiterhin ist aber auch festzustellen, dass jene Konsumenten nicht immer mehr den hohen Preis von Grand Grus Gütern akzeptieren. Angemessene Preise bei guter Qualität werden verlangt.

Meist chinesische Führungskräfte, die in der westlichen Welt studiert haben, greifen zum vermehrten Konsum von Weingütern. Diese wissen allerdings um die Preise auf dem ausländischen Markt, können also nicht von Höhenflügen auf dem eigenen getäuscht werden.

MUNDUSvini BioFach 2011

Seit 2009 lädt die größte deutsche Wein-Akademie zur MUNDUSvini BioFach ein, um biologisch angebaute Weine aus aller Welt zu bewerten. In Neustadt an der Weinstraße wurden insgesamt 555 Weine von einer Jury aus international anerkannten Weinexperten degustiert. Die Weine wurden Blind verkostet und nach strengen Vorgaben der OIV (Organisation für Rebe und Weine) und der internationalen und nationalen Oenologenverbände durchgeführt.

Am besten konnten dieses Jahr deutsche Weingüter abschneiden, die mit 48 Medaillen fast ein Viertel aller Auszeichnungen erhielten. Die Kommentare der Experten waren durchaus positiv und sie zeigten sich sehr überrascht über die Entwicklung der Weine. Es konnten insgesamt 193 Medaillen vergeben werden: 119mal Silber, 71mal Gold und 3mal Großes Gold.

Die höchsten Auszeichnungen erhielten diese 3 Weine:

  • 2009 Thüngersheimer Ravensburg Bacchus Kabinett halbtrocken (Winzergenossenschaft Thüngersheim eG aus Franken)
  • 2009 Forster Ungeheurer Riesling Beerenauslese (Weingut Reichsrat von Buhl aus der Pfalz)
  • 2009 Buntsandstein Riesling trocken (Weingut Hirschhorner Hof aus der Pfalz)

Alle Weine werden in einer Sonderausgabe (3/2011) veröffentlicht.

Gesetzlich geregelte Preise für Wein

WaageEine große Schlacht wird zur Zeit im Land des Guinness und des Whiskeys geschlagen. In Großbritannien wird heftig über das Thema Preisbindung für Bier, Spirituosen und Wein diskutiert. Das zur Zeit in der englischen Presse so präsente Thema der Preisbindung schlägt große Wellen und ruft viele Gegner aber auch Befürworter hervor. Es geht um den Sinn und vor allem um die Richtigkeit einer solchen Handlung. Auf der einen Seite steht die WSTA (Wine and Spirit Trade Association), die absolute Fürsprecher sind und auf der anderen Seite die Gesundheitsaktivisten.

Dieser Schritt würde für die Zukunft bedeuten, dass alkoholische Getränke nicht mehr unter dem Einkaufspreis inklusive der Umsatzsteuer verkauft werden dürften. Jeremy Beadles, der Chef von WSTA, fordert zum einen die Reduzierung des Alkoholismus und zum Anderen eine bessere Aufklärung. Dies kann in seinen Augen nur mit einer Mindestpreis-Politik geregelt werden. Zudem kritisiert er die Discounter, die ihre Lieferanten zu den billigen Preisen zwingen. Das größte Problem ist die Abhängigkeit der Lieferanten, die sich nicht gegen die großen Discounter wehren können.

Mediziner wiederum sehen keine wirkliche Besserung des Alkoholmissbrauchs, die diese Regelung mit sich bringen sollte. Es sei ein richtiger Schritt, aber kein Allheilmittel! Hauptargument der Gesundheitsaktivisten ist, dass trotz Preiserhöhung zu wenig Getränke von einer solchen Änderung betroffen werden und zugleich eine Erhöhung der Steuer so gering wäre, dass der Endverbraucher fast keinen Unterschied erkennen würde.

Weinbau im Allgäu – auf 860 Meter Höhe

Die Deutsche Weinlandschaft ist in Aufruhr geraten. Grund dafür ist ein kleiner Weinberg, keine 100 Quadratmeter groß, in 860 Meter Höhe. Zu finden ist der Wein im Allgäu, genauer gesagt in Bad Hindelang auf dem Grund von Hotelier Armin Gross. Auf etwa 20 Quadratmetern baut er Solaris- und Muscat-Reben an. Sein Fazit: Gut aber süßer als erwartet.

Eine niedliche kleine Geschichte die mittlerweile in die Kategorie Skandal geschoben werden könnte. Die Meldung über Deutschlands höchsten Weinberg war noch keinen Tag alt, da bekam Gross Post, von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau. Inhalt war ein “Anhörungsbogen wegen einer nicht genehmigten Rebfläche von Weinreben”. Er wurde zur Rodung der Rebanlagen aufgefordert, fand aber in einer weiteren Anlage die Möglichkeit, seine Fläche als “Hobbyanpflanzungen von Weinreben” anzumelden. Die Genehmigung ging durch und Gross konnte seine 20 Quadratmeter behalten. Allerdings unter der Prämisse den angebauten Wein nicht in ungenehmigten Flaschen zum Verkauf anzubieten.

Das ist jedoch noch nicht alles. Mit dem Rückenwind der Genehmigung als Hobbyanlage haben Armin Gross und sein Nachbar scheinbar Blut geleckt. Nicht nur, dass sie gemeinsam vorhaben eine “Winzergenossenschaft Oberallgäu” zu gründen. Jungwinzer Gross versucht sogar eine Eintragung des Allgäu in das Deutsche Weinbauregister zu erreichen. Der Behördenkrieg dazu ist bereits im Gange.

Stuart Pigott

Ich kann mich noch sehr genau erinnern, als ich das erste Mal zu einer Weinverkostung in Franken eingeladen war und ich mit einem Sommelier ins Gespräch  kam. Wir sprachen über viele Themen und das, was ihn am meisten erstaunte, war der Fakt, dass ich Stuart Pigott nicht kenne. Immer wieder schüttelte er ganz verwundert und genervt den Kopf und fragte immer wieder nach. Nachdem er es irgendwann kapierte, konnte ich mich dann endlich den wichtigen Themen widmen, dem Wein.

Nach einer gewissen Zeit und einer handvoll Erfahrung, habe ich mich mit dem Thema “Stuart Pigott” etwas näher auseinander gesetzt und nun ist es doch soweit gekommen. Ich stelle euch Stuart Pigott vor, den Mensch, den ich eigentlich schon viel länger kennen müsste.

Stuart Pigott ist einer der wichtigsten Weinkritiker des deutschen Weinbaus. Er ist am 26. Mai 1960 in London geboren, wo er auch sein Kunststudium absolvierte. Im Jahr 1982 kam der große Wendepunkt, als sich Stuart Pigott zur ersten Recherchereise in Sachen Wein Richtung Deutschland begab. Nicht nur für ihn, sondern auch für die deutsche Weinwelt war das ein wichtiger Moment. Die Briten hatten schon immer ein Faible für deutsche Weine und vor allem für deutsche Rieslinge. Pigott ist einer der Hauptakteure und Hauptverantwortlichen, wieso die deutschen Rieslinge in der Welt inzwischen wieder so bekannt sind und gemeinsam mit dem Weißen Burgunder eine der wichtigsten Rebsorte ist. Der Journalist, der für den “Feinschmecker”, “Weingourmet” und für die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” schreibt, lebt inzwischen in Berlin. Der Engländer beschäftigt sich überwiegend mit den Anbaugebieten an der Saar, Ruwer, Mosel und der Pfalz. Er veröffentlichte zudem wichtige Werke, wie das Weinbuch “Atlas der deutschen Weine” mit Hugh Johnson. Aber das für mich persönlich interessanteste Werk ist “Wein spricht deutsch”. Deutschlands originellster Weinjournalist schreibt in diesem Buch mit seinem Team über die besten Weingüter Deutschlands und beschreibt die Zusammenhänge zwischen Weinregion, Terroir, Traube, Einzellage und Wein. Dieses Buch wird als Bibel für alle deutschen Winzer angesehen.

Pigotts großer Pluspunkt ist seine britisch eigene Art. Er hat nicht nur einen ausgesprochen exzentrischen Kleidungsstil, sondern auch eine direkte Art, den die deutschen Winzer sehr zu schätzen wissen. Er besucht alle Weingüter persönlich und bewertet neutral deren Weine.

Zu seinen Recherchen die er in der ganzen Welt betreibt, unterstützt er mit seinem Projekt “Wein hilft. Weinliebhaber gegen AIDS” die deutsche AIDS-Stiftung.

Wer einen kleinen Überblick über Stuart Pigott bekommen will, dem empfehle ich dieses fast 5-minütige Video. Viel Spaß!

Vielleicht versteht Ihr dann auch, wieso man Stuart Pigott unbedingt kennen muss!

Sekte und Champagner im Test

Jeder Erwachsene in Deutschland trinkt ca. 40 Gläser Schaumwein im Jahr. Wobei eine Flasche Champagner im Durchschnitt nur einmal im Jahr getrunken wird und diese auch noch geteilt wird. Für einen kleinen Überblick über unseren raren Luxusbegleiter schadet ein Blick in die Testurteile von 22 Schaumweinen der Stiftung Warentest  nicht.

Cheers

Bei den getesteten Champagner und Sekten liegen die grundlegenden Unterschiede im Reifegrad.

Den gereiften Vertretern wie Piper Heidsieck Brut stehen den spritzigen Schaumweinen wie Lanson Black Label Brut gegenüber. Bekanntlich wird bei Schaumweinen das Alter nicht angegeben. Ein Tipp von Stiftung Warentest: Schaumweine kühl lagern, aber nicht zu lange, sonst verändert er sich nachteilig.

Wer extravagant anstoßen möchte und trotzdem nicht zu tief ins Portemonnaie greifen will, der ist mit Sekten aus traditioneller Flaschengärung sehr gut beraten, die Herstellung ist wie beim Champagner ähnlich aufwendig.

Überzeugen konnten in dieser Kategorie vor allem diese zwei Rebsortensekte: Rotkäppchen Weißburgunder trocken und der Chardonnay Brut von Adam Henkell aus dem Jahr 2005. Der Rotkäppchen Weißburgunder ist für 16 € erhältlich, wobei der Sekt von Henkell schon für 12 € zu bekommen ist.

Zudem kann neben Sekten auch Discounter-Champagner sehr preisgünstig sein. Absolute Nr. 1 war der Lidl-Champagner Comte de Drbsimand aus dem Hause Vranken. Bei Blindverkostungen schnitt dieser Champagner keineswegs schlechter ab, im Gegenteil, Unterschiede zu eindeutig teureren Champagner wurde nicht erkannt. Aldi (Nord) bietet einen Veuve Durand an, der kleine Abstriche machen musste. Bei anderen Supermarktketten ist auf den Flaschen das Kürzel MA (Marque d’acheteur) zu finden was zu deutsch so viel wie Handelsmarke bedeutet. Hiervon raten Weinexperten jedoch ab, da nicht festgestellt werden kann woher die Trauben kommen.

Bei den großen Häusern ist beim Geschmack und bei der Qualität zu 100% Verlass. Der höhere Preis liegt hauptsächlich an den Kosten für die Markenpflege sowie fürs Marketing.

Ein Tipp vom Wein-Online-Blog: Beim Einschenken das Glas immer schräg halten! Sehr gut fürs Perlen.

Auszeichnungen der Fachzeitschrift Weinwirtschaft

Die Fachzeitschrift Weinwirtschaft hatte die Qual der Wahl und musste die 100 besten Weine aus 550 Bewerbungen auswählen. Und hier sind die Besten aus dem Jahr 2010:

weiß und rotweinRotwein des Jahres

2006 Vigna Pedale Castel del Monte Rosso Riserva DOC Torrevento, GES

Weißwein des Jahres

2009 Saar Riesling trocken, Mosel Weingut Van Volxem

Prosecco des Jahres

Il Fresco Prosecco Spumante DOC brut Villa Sandi, Stephan Pellegrini

Deutscher Rotwein des Jahres:

2008 Blauer Spätburgunder trocken, Pfalz Weingut Knipser

Die Übermacht aus Italien konnte im Rotwein-Sektor wieder nicht geschlagen werden, das wäre aber auch eine Sensation gewesen! Unter den 100 besten Weinen des Jahres 2010 sind alleine 25 Rotweine aus Italien zu finden. 60 Prozent der 100 Weine stammten aus deutschen Betrieben, auch wenn davon keine auf das Rotwein-Siegertreppchen klettern konnten, ist es doch ausgezeichnet wie viele Rieslinge es wieder geschafft haben. Besonders hervorgehoben wurde der beste deutsche Rotwein 2010 vom pfälzischen Weingut Knipser mit seinem Blauen Spätburgunder trocken aus 2008.

DB steht auf deutsch

ZugNachdem die Deutsche Bahn oftmals schon Probleme mit der deutschen Sprache hatte („sänk juh for träwehling“), will sie ab dem 1. Juni absolut auf made in Germany setzen. Ab diesem Zeitpunkt wird nur noch deutscher Wein in ihren Fernverkehrszügen ausgeschenkt. Hatten ausländische Biere schon immer ein Problem in den Bordrestaurants, so ist es für deutsche Weine umso schwieriger gewesen. Ab jetzt soll nicht nur Paulaner und Becks, sondern auch Riesling und Weißburgunder dominieren. Bis zum 14. Januar läuft die Ausschreibung noch beim Deutschen Weininstitut in Mainz. 816.000 Flaschen Wein stehen zur Auswahl. Nicht nur Weine werden es an Bord schaffen, sondern auch Sekte. Die aktuelle Karte wird auf weitere zwei Weine erweitert, wobei bei den Sekten auch in Zukunft zwischen zwei Flaschen ausgewählt werden muss. Das Deutsche Weininstitut wird nach stengen Kriterien auswählen.
So sind beim Rotwein ausschließlich Sankt Laurent, Portugieser, Dornfelder und Spätburgunder zugelassen, beim Weißwein Grau- und Weißburgunder oder Riesling vorgeschrieben. Sogar die Kombinationen von Anbaugebiet, Sorte und Preis ist festgesetzt. Ich würde sagen: Fortsetzung folgt …

Aufschwung für Sekthersteller

Vom Aufschwung der Wirtschaft bekommen endlich auch die Sekthersteller etwas ab, vor allem der Marktführer Rotkäppchen. Alle Umfragen und Ergebnisse aus Konjunkturforschungen fielen positiv aus und können auf einen Aufwärtstrend auch für 2011 hoffen.
SektglasAlle Jahre wieder kommt ein Boom zum Jahreswechsel, Sektliebhaber lassen die Korken knallen und so wird es auch für dieses Jahr wieder erwartet. Vor dem Hitergrund, dass die Deutschen endlich wieder bereit sind ihr Geld auszugeben.
2009 verkaufte Rotkäppchen 211,8 Millionen Flaschen an Sekt, Wein und Spirituosen, wobei Sekt mit 157 Millionen Flaschen den größten Anteil hatte.

Inzwischen konnte die Rotkäppchen-Mumm Gruppe ihren Marktanteil auf 47 % ausbauen. Der Grund hierfür sind die Zukäufe der Marken Jules-Mumm, Mumm, Geldermann und MM Extra. Nach aussagekräftigen Studien konnte festgelegt werden, dass der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr 2009 bei 3,9 Liter lag.

Prognose der Weinernte 2011 in Südafrika

Nach ersten Hochrechnung kann, nach dem südafrikanischen Informationsdienst SAWIS, eine Ertragssteigerung von ca. 7,3 % zu 2010 erreicht werden. Insgesamt soll im Jahr 2011 ein mengenmäßiger Ertrag von etwa 1.352.000 Tonnen Trauben herausspringen. Wenn man die Erträge der Weinernte aus dem Jahr 2008 miteinander vergleicht, so stellt man fest, dass in diesem Jahr bis zu 5,2 % weniger erwirtschaftet wurde. Trotzdem stimmen diese Zahlen die südafrikanischen Winzer positiv und können somit beruhigt in die nahe Zukunft blicken. Pro Tonne Trauben werden im Jahr 2011 ca. 772 Liter ausgebeutet, inklusive Säfte und Konzentrate für nichtalkoholische Produkte.
Weinanbaufläche
Insgesamt ist diese Entwicklung auf den optimalen klimatischen Verlauf des Spätherbstes zurückzuführen. Der milde Winter brachte ausreichend Feuchtigkeit, die die Reben mit den nötigen Reservestoffen versorgen konnte. Gegen Ende kamen die schwankenden Witterungsverhältnisse, die vereinzelt leichte Ausrieslungen der spät reifenden Sorten brachten. Ansonsten blieb der Verlauf im Wachstum stabil.
Für einen zusätzlichen Pluspunkt sorgten die milden Temperaturen, die die Reben ohne etwaige Krankheiten oder Befälle wachsen ließen und somit in diesem Jahr sehr gesund ausfallen. Außerdem mussten keine größeren Schäden, wie zum Beispiel durch Stürme, vermeldet werden.