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Aktuelle Nachrichten zu Rotwein und Weißwein

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Der Kaiserstuhl und seine Maikäfer

Am Kaiserstuhl herrscht Maikäferplage – lediglich die Chemie kann jetzt noch helfen. Bereits im 19. Jahrhundert wussten Max und Moritz, wie die Krabbler aber auch anders verwendet werden konnten: nämlich unter Fritzens Decke. Zudem seien Maikäfer extrem fett, weshalb man aus ihnen herbes Fett durch Auskochen gewinnen könnte. 1951 wurden eine Milliarde Käfer in Wien gesammelt und zu Tierfutter verarbeitet.

“Man fängt die Käfer, von denen man 30 Stück auf eine Portion rechnen kann, frisch ein, löst ihnen die hornartigen Flügeldecken und zerstößt die Käfer, nachdem man sie früher sorgfältig gewaschen, in einem Mörser. Hierauf röstet man die Masse in heißer Butter und läßt sie in Fleischbrühe aufkochen, dann die Brühe durch ein feines Haarsieb streichen und richtet die Suppe über geröstete Semmelscheiben an“, heißt es in der Vibel um das Jahr 1870. So lassen sich die Käfer auch als Nachtisch auftischen – als Zusatz zur Torte. Maikäfersuppe ist eine ganz spezielle Delikatesse, man sollte aber noch Krebsschwänze hinzulegen. Bei widerspenstigen Gästen sollte der Inhalt dennoch verschwiegen werden.

Man bleibt gespannt, welche Weinkreationen sich aus dem Naturspektakel ergeben. Der Kaiserstuhl bringt bestimmt einen hervorragenden Jahrgang heraus!

VDP Präsident fordert genauere Bezeichnungen

Steffen Christmann, Präsident des VDP, fordert die Präzisierung von Herkunftsbezeichnungen bei Weinen. Die Verwendung der Großlagen stifte nur Verwirrung und trage nicht zur Klarheit bei. Auf der Mainzer Weinbörse meinte Christmann weiterhin, dass die bisherigen Bezeichnungen “sich für den Verbraucher wie kleine Weinberge hinter der Kirche anhören” würden. In Realität seien diese allerdings größer als manch Anbaugebiet. Somit nutze sich die Popularität einiger Orte zu Unrecht aus. Deshalb sollen die Gedanken deutschen Weinrechts nun bei der Umsetzung der EU-Weinmarktreform gestärkt werden.

Erwartet wird ein früher Marktstart für den Jahrgang 2011, denn es gab erhebliche Ernteausfälle. Zwei bis drei Monate, also schon im Januar sollen die ersten kommen.

Momentan wird auf der Mainzer Weinbörse in Fachkreisen über die Weinmarktreform der EU diskutiert. 950 Weiß- und 250 Rotweine werden zudem präsentiert, davon rund 650 Rieslinge. Auch Günther Jauch ist zu Gast.

MUNDUS VINDI Weinprämierung

MUNDUS VINI bietet seit Langem eine direkte Konkurrenz von Weinen an. Importeure und Produzenten können sich somit die strenge Expertenmeinung einer Verkostung einholen. Zum elften Mal soll auch dieses Jahr wieder die Prämierung unter Augen der erfahrenen Jury erfolgen. Als einer der wenigen anerkannten Weinwettbewerben in der Europäischen Union, werden knapp 6.000 Weine von der ganzen Welt getestet und bewertet. In einer Blindverkostung wird auf einer 100-Punkte-Skala der Internationalen Organisation für Rebe und Wein festgelegt, welche Weine die Spitzenergebnisse erzielen.

Es können bis zum 24. Juni 2011 Weine eingereicht werden. Stillweine, Schaumweine, Perl- sowie Likörweine dürfen antreten. Pro eingereichter Probe fallen 140,00 Euro an – ein Preis, der unter Umständen lohnenswert ist.

Den Gewinnern locken nämlich die Einstufungen in die Prämierungen Großes Gold, Gold und Silber. Für die allerbesten Weine gibt es zudem Sonderauszeichnungen wie „bester restsüßer Wein des Jahres“, „bester Süß- und Likörwein des Jahres“, „bester Schaumwein des Jahres“, „bester Schaumwein im LEH“ sowie jeweils in den Unterkategorien Deutschland, Europa und Übersee die Auszeichnungen „Erzeuger des Jahres“, „bester trockener Weißwein des Jahres“, „bester trockener Weißwein LEH“, „bester trockener Rotwein des Jahres“ und „bester trockener Rotwein LEH“. Diese Prämierungen dürfen an den Weinflaschen angebracht werden und gelten als Marketingargument.

Im Internet  sind Teilnahmebedingungen sowie Ausschreibungsunterlagen zu finden. Sie können auch beim MUNDUS VINI-Organisationsteam unter der Telefonnummer 06321 8908-9500 oder per Mail an contact@mundusvini.com nachfragen.

Sophia trägt den Wein im Herzen

Getreu dem Motto „Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist“, gab die Seinsheimer Weinprinzessin Julia Rützel ihr Amt an Nachfolgerin Sophia Schilling ab.

Die Reuscher Musikanten gaben den Einklang in das traditionelle Pfingstweinfest. Zudem lockerte Gesangsverein Frohsinn mit Liedern den Abend bei einer Weinverkostung mit der neuen Weinprinzessin auf.

Julia Rützel habe sich „pudelwohl“ in ihrem Amt gefühlt und bereits nach kurzer Zeit die Krone würdevoll vertreten. Sie hatte unzählige Besuche auf Weinfesten, der Wein-Gala, einen Auftritt mit dem Kitzinger Hofrat und vieles mehr.

Das eigene Weinfest in Seinsheim sei aber das faszinierendste gewesen. Über 7000 Bilder seien von Julia entstanden, nur ein kleiner Teil wurde in der abschließenden Bilderpräsentation gezeigt. Ihrer Nachfolgering überreichte sie nicht nur die Krone, sondern gab ihr direkt noch nützliche Utensilien wie Nagellack, Haarspray und ein Album für ihre Zeit als Weinprinzessin.

Für ihr überaus großes Engagement wurde ihr von amtierenden und ehemaligen Weinhoheiten aus Unter- und Mittelfranken, Kitzingens Hofrat Walter Vierrether und die Geschäftsführerin des Weinparadieses Franken, Annerose Pehl-Dürr gedankt. „Du hast den Seinsheimer Hohenbühl und das Weinparadies toll vertreten“, verkündete Bürgermeister Heinz Dorsch. Trotz der Abiturvorbereitung und Freundes konnte sie ihr Amt unter einen Hut bringen.

„Als Weinprinzessin muss man Charme besitzen und ein Herz für den Wein haben“, meinte der Präsident des Fränkischen Weinbauverbands, Artur Steinmann, der die Krönung seiner ehemaligen Auszubildenden live sehen wollte. Bei Steinmann hatte Schilling nämlich die Winzerausbildung durchlaufen und die Prüfung als beste des Jahrganges abgeschlossen.

Derzeit macht sie eine Weiterbildung zur Weinbautechnikerin. In der Freizeit tanzt sie in der Garde und spielt Tennis.

Neben der Krönung sollten auch langjährige Mitglieder geehrt werden. Peter Fischer ist nun 25-jähriges Mitglied. Er ist auch seit 25 Jahren im Vorstand aktiv, seit 24 Jahren trägt er als Kassier Verantwortung. Nachgereicht bekommt Elfriede Reutter den Teller, die ebenfalls 25 Jahre dabei ist, aber nicht anwesend sein konnte.

Die Bedeutung von Resveratol

Was bedeutet es, einen moderaten Alkoholkonsum zu haben? So gesehen sind es oft die Menschen, die vor allem auf Zucker und Kohlenhydrate stark reagieren, die „moderat“ eben nicht einschätzen können. Studien zu Folge wurde moderat mit ein bis zwei Gläsern Rotwein gleichgesetzt. Und hierzu gibt es auch eine positive Vorteile des Konsums.

Häufig wird behauptet, dass das Trinken von Rotwein koronare Herzerkrankungen senken kann. Die chemische Verbindung Resveratol ist hierfür der Grund. Resveratol ist so etwas wie ein Super-Antioxidant. Man behauptet, es sei einer der stärksten Anti-Aging Mittel der Welt.

Die Trombozytenaggregation wird verkürzt, sodass Blut nicht mehr ganz so klebrig ist, was natürlich positiven Einfluss auf den Fluss nimmt. Die entzündungshemmende Eigenschaft sowie der Einfluss auf die Oxidation des LDL Cholesterin (LDL ist schlecht), reduziert zudem die Wahrscheinlichkeit, dass Ablagerungen entstehen. Es wird fernen davon ausgegangen, dass Resveratol die Entstehung von Tumoren hemmt. Bei Frauen kann es durch die Funktion als Phytoöstrogen sogar Brustkrebsbildung hemmen.

Resveratrol ist als etwas Positives, das kann man nicht abstreiten.

Weine aus kaltem Klima (aus Bordeaux oder Kanada) haben eine höhere Konzentration. Pinot Noir hat die höchste bekannte Menge an Resveratol – unabhängig vom Klima, in welchem die Trauben angebaut werden.

Näherhin hat Rotwein übrigens nur zwei bis drei Gramm Kohlenhydrate auf ein Glas. Dies macht einen Konsum auch insofern lohnend, als dass die Kaloriendichte sehr gering ist.

Der Portugieser

Portugieser sind unkomplizierte, süffige und frische Schoppenweine. Wenn er nicht all zuviel Tannin besitzt, kann man ihn gar im Frühling genießen.

Bedeutung
Die drittwichtigste Rotweinsorte nach dem Spätburgunder und dem Dornfelder in Deutschland wird mit circa 4900 Hektar in Deutschland angebaut – dies beträgt circa fünf Prozent der Gesamtanbaufläche. Vor allem wird er in der Pfalz mit 2500 Hektar produziert, gefolgt von Rheinhessen mit 1800 Hektar. Erst seit den neunziger Jahren hat er sich in Deutschland stabilisiert.

Geschichte
Die eindeutige Herkunft lässt sich nicht definieren. Allerdings ist er über Österreich nach Deutschland (im 19. Jahrhundert) gekommen. Johann Phillipp Bronner hat die Züchtung übernommen. Somit verdrängte der Portugieser viele andere alte Rebbestände.

Anbau
Mit geringen Boden- bzw. Lagenansprüchen ist der Portugieser leicht anzubauen. Nährstoffarme Sandböden eignen sich. Falls es zu keinen Störungen kommt, ist er wüchsig und ertragssicher. Die frühe Reife erlaubt es sogar, schon in der ersten Septemberhälfte geerntet zu werden.

Ausbau/Geschmack
Die hellrote Farbe deutet auf einen Weißherbst hin. Aber auch Rotweine (meist Rubinrot) kommen vor. Zudem ist der Alkoholgehalt beim Portugieser oft gering.

Genuss
Somit gilt der Portugieser als angenehm, vollmundig, süffig und frisch. Eine kühlere Servierung bietet sich an. Dies unterstützt den leichten Charakter. Oft sind Beerendüfte wie der der roten Johannisbeere, Himbeere oder Erbeere vorhanden. Vor allem für sommerliche Gerichte eignet sich ein Portugieser als Begleiter.

Fussball trifft Wein

Michael Rummenigge, der jüngere Bruder von Karl-Heinz Rummenigge, besuchte kürzlich das Weingut Artur Steinmann in Sommerhausen am Main, um vor allem Frankenweine näher zu betrachten und schätzen zu lernen.

Angeregt durch Matthias Emmert – ernannter Weinfachmann und Chefsommelier in der Sansibar auf Sylt und somit Herrscher über 22000 Weine – folgte Rummenigge, der Emmert durch sein Sylter Fußballcamp kennt, der Einladung, sich das Weingut anzusehen.

Steinmann, der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes ist, hat Rummenigge im Sommerhäuser Pastoriushaus in Empfang genommen. Auch von der Partie war die Fränkische Weinkönigin Melanie Unsleber und die Sommerhäuser Weinprinzessin Tina Amend.

Begeistert von der vergangenen Entwicklung deutscher Weine, leitete Rummenigge natürlich auch das Gespräch auf den Fußball. Er selbst war langjähriger Spieler bei München und Dortmund. Aber auch in Japan konnte er Spielerfahrung sammeln.

Seine Reise ging am nächsten Tag noch weiter zum Weingut Horst Sauer in Eschendorf.

Weingut Schloss Schönborn – Spitzenbetrieb im Rheingau

Weingut Schloss Schönborn

Das Weingut Schloss Schönborn ist eines der wenigen Spitzenbetriebe im Rheingau. Das Gut ist auf dem besten Wege  wieder an die Gebietsspitze zurückzukehren, zumal es an jungen und motivierten Winzern aus der zweiten Reihe mangelt. Somit vergibt sich das Rheingau die Chance, mittelfristig in der Liga der Großen mitzuspielen. In der Pfalz hingegen kann dieser Trend nicht beobachtet werden. Anders als die anderen saturierten Adelsgüter der Region, die seit Jahrzehnten im Winterschlaf zu verharren scheinen und eher charakterlose und vor Langeweile strotzende Erzeugnisse auf den Markt bringen, vermag man es auf dem Weingut Schloss Schönborn, spannende Weingeschichte zu schreiben.

Was ist geblieben von den großen Rheingauern der Jahre 1959, 1971 und 1976, die nicht ohne Grund zu dem besten gehören, was es an deutschem Wein gibt? Sie waren geprägt  von einer Kraft und Fülle, wie sie kein anderer Rheinwein einzufangen in der Lage wäre.

Dabei ist es nicht so, dass die Weine von technisch schlechter Qualität wären – ganz im Gegenteil sind sie diesbezüglich auf der Höhe der Zeit – was ihnen fehlt ist hingegen der unverkennbare Charakter in der nahezu unüberschaubaren Masse von Beliebigkeit.

Deutscher Wein auf Tournee

Deutscher Wein geht auf Tour. Der Titel “es gärt” bezeichnet die erste Wein-Theater-Tournee, welche vom Deutschen Weininstitut hervorgerufen wurde. Am 16. April 2011 soll sie beginnen. Im internationalen Maritimen Museum in Hamburg soll der Start sein – zwölf weitere Standorte sollen folgen. Dabei gibt es auch Veranstaltungen außerhalb der deutschen Weinbauregionen.

Der Wein selbst steht bei der Aufführung von Berliner Ensemble “Weinkörper” dabei im Vordergrund und spricht direkt das Publikum an. Spannende Geschichten über Herkunft und Identität, Geschmäcker von Konsumenten und Lust Neues zu genießen werden hierbei erzählt. Wein und Mensch sollen somit voll in Verknüpfung gebracht werden.

Die Tournee wird vom DWI und den regionalen Weinfachhändlern sowie -anbaubetrieben verrichtet und durchgeführt. Falls Interesse besteht, kann sich  unter der Adresse www.weintheater.deutscheweine.de informiert werden. Karten können unter 06131-282941 oder bei weintheater@deutscheweine.de bestellt werden.

Wolf-Dietrich Salway verstorben

Es ist nun einige Zeit vergangen als Wolf-Dietrich Salway aus Oberrotweil am Kaiserstuhl verstorben ist. Am Dienstag, dem 25. Januar erlag er seinen Verletzungen aufgrund eines schweren Verkehrsunfalls, kurz vor Hagnau am Bodensee, auf der Rückfahrt von einer VDP-Präsentation in München.

Er war aufgrund seines Gefühls für bedeutenden Weine als Weinproduzent sehr bekannt in der Winzerszene. So entwickelte er über Jahrzehnte hin eine Leidenschaft für den Grauburgunder. Er war etwas ganz Besonderes und schwamm gelegentlich auch gerne gegen den Strom. So schaffte er es sogar zu einer Allianz mit Franz Keller, der auch bekannt unter dem Namen “Rebell vom Kaiserstuhl” ist. Schon wie sein Vater setzte er konsequent auf durchgegoren und begeisterte viele Gastronome für sein Richtung.

Salway engagierte sich zudem noch im Ortschaftsrat von Oberweil und war von 1984 bis 2004 Stadtrat in der Großgemeinde Vogtsburg. Im Badischen Weinbauverbandes war unter anderem im Ausschuss aktiv.

Mit 23 Jahren hatte Wolf-Dietrich Salway angefangen, als Winzer Karriere zu machen. Im Glottertal befindlich, übernahm er später von seinem Vater das gegründete Familienweingut und etablierte es ab 1985 zu einem Spitzen-Betrieb in Deutschland. Auch sein Sohn wiederum schlug eine Winzerlaufbahn ein. 2002 wurde ihm die Verantwortung über die Weißweine gegeben. 2005 gab Wolf-Dietrich Salway dann den Betrieb an seinen Sohn Konrad ab. Trotzdem war er weiterhin in die über 40 Hektar Anbaufläche des Betriebes eingebunden, sodass er sich auch um die Kundschaft kümmern konnte. Im September wäre erst 70 Jahre alt geworden.

In diesem Sinne wollen wir ihm noch diese letzte Ehre erweisen und ihn in diesem Blog verewigen.