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Klassische Rebsorten und ihre Weine – Die Weinrebe

Ab heute wird, soweit möglich, jeden Tag eine Rebsorte etwas genauer vorgestellt. Wir beginnen mit der Weinrebe im Allgemeinen.

Ungeachtet von jedem technischen Fortschritt sind gesunde, reife Weintrauben das Ausgangsprodukt für die Entstehung von Wein. Auch heute noch steht, trotz oder vielleicht auch eben auf Grund der wissenschaftlich-technischen Fortschritte des Weinbaus, die Pflanze und ihre Frucht im Mittelpunkt aller Bemühungen.

Jede einzelne Rebsorte bringt Weintrauben hervor, die in ihrer Farbe, Größe, Zusammensetzung und in ihrem Geschmack einzigartig sind. Natürlich sind nicht alle diese Rebsorten auch für die Weinerzeugung von Bedeutung. Viele tragen große, fleischige oder auch kleine, kernlose Tafeltrauben für den direkten Verzehr. Für die Produktion von Tafeltrauben werden vor allem früh reifende und reich tragende Sorten bevorzugt. Die meisten Weinbauländer verfügen über beträchtliche Flächen für die Tafeltraubenproduktion, oftmals in den Randbereichen der Weinbaugebiete. Weltweit werden jährlich ca. 10 Millionen Tonnen Tafeltrauben geerntet. Dazu kommt die Rosinenproduktion die sich immerhin auf eine weitere Million Tonnen jährlich beläuft.

Die Bezeichnung der Rebsorten richtet sich meist nach der Traubenfarbe, beispielsweise Blauer Spätburgunder, Grauer Burgunder, Weißer Burgunder, Grüner Silvaner oder sogar noch ausführlicher beim Blauen Gamay mit weißem Fruchtfleisch.  Daneben kann auch die Form oder die Größe der Beeren als Unterscheidungsmerkmal dienen.

Einer der größten Feinde des europäischen Weinbaus ist, wie aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekannt, die Reblaus. Damals wurde innerhalb weniger Jahre der europäische Weinbau verwüstet und verödet. Anders als bei nordamerikanischen Reben, besitzen die europäischen Reben keinen Mechanismus, der die Bissstellen gleichsam vernarben lässt, sodass der gesamte Wurzelballen nach einiger Zeit von offenen Bisswunden übersät ist und schließlich seiner biologischen Funktion verlustig geht. Die Pflanze ist somit zum Absterben verurteilt.

Um nicht den gesamten europäischen Weinbestand ohne Hoffnung auf Besserung zu verlieren, wurde die Technik des Pfropfens entwickelt, bei der mittels einer bestimmten Schnitttechnik Wurzelstock und Ertragsteil der Reben so getrennt werden, dass anschließend der Wurzelstock einer Amerikanerrebe und der ertragsteil einer europäischen Edelrebe genau zusammen gefügt werden können. An der Schnittstelle wachsen die beiden Teile zusammen und eine neue Pflanze entsteht.

Eine wichtige Methode zur Steigerung der Weinqualität ist die Klonenselektion. dabei werden von einer besonders gesund, ertragssicher und reifezuverlässig anerkannten Mutterrebe Klone in Form von Stecklingen gewonnen, die entweder bewurzelt oder als “Edelreiser” auf Unterlagsreben aufgepfropft werden.

Heute weisen die speziellen Qualitäten jenes einzelnen Weines – ob seine Frische, Stabilität, Fruchtigkeit, Langlebigkeit oder seine Fähigkeit, die Eigenarten seiner Rebsorte und seiner Herkunft zum Ausdruck zu bringen – mit aller Macht darauf hin, dass Wein insgesamt, ob Alltagswein oder Spitzengewächs, noch nie so gut und vielfältig war wie heute.

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