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Das Geheimnis des Champagners

Der Champagner ist das Getränk, das die meisten Menschen mit Luxus und Lebensart gleichsetzen. Der “König der Weine” verdankt seinen Namen dem nordfranzösischen Landstrich Champagne. Er besteht hauptsächlich aus drei Dingen: den edlen Grundweinen, dem gekonnten Verschnitt der Weine und dem traditionellen Herstellungsverfahren. In beinahe allen Weinbauländern der Welt wird dieses Verfahren als “Mèthode traditionelle” bezeichnet. Nach unzähligen Querelen vor den Gerichten Frankreichs ist heute klar, der Name “Champagne” ist markenrechtlich geschützt. Es darf nur ein Schaumwein aus der AC Champagne, der nach den dortigen gesetzlichen Bestimmungen produziert worden ist, den Namen Champagner tragen. Sowie der Name ist auch das Anbaugebiet, durch die INAO (Institut des Appellations d`Origine) exakt festgelegt. Die Rebfläche beträgt heute 27500 Hektar, nachdem sie vor 80 Jahren nur bei 13ooo Hektar lag.

Die Region um Reims ist ein altes Weinbaugebiet. Der Weinbau profitierte schon im 5. Jahrhundert von dem fränkischen Bestockungsprogramm der Klöster und des Adels. Es handelte sich zu dieser Zeit aber noch nicht um den schäumenden Wein den wir kennen, sondern -vornehmlich aus dem Pinot Noir- um helle Rotweine. Bezeichnet wurden diese als Vins de Reims oder als Vins de la Rivière. Als im 17. Jahrhundert, die Kellner der Klöster eine Revolution starteten veränderte sich die Weinbereitung komplett und schließlich wurde jener Champagner produziert, wie es ihn heute auch gibt. Als Erfinder wird immer wieder der Kellermeister Dom Pèrignon genannt. Sein Anteil am riesigen Fortschritt des 17. Jahrhunderts und seine Bedeutung für die Entstehung des Champagners ist unumstritten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Erfolgsstory des Weinbaus in der Champagne. Die Produktion stieg von 50 Millionen auf rund 200 Millionen Flaschen pro Jahr. Nachdem sich der Champagner als flüssiges Statussymbol im Westen durchgesetzt hat, spielte der Export eine besondere Rolle. Da die Franzosen sich eher den Produkten einzelner Winzer wendeten, kam es zu einer starken Aufwertung der Genossenschaftswesen. Die ältesten Winzergenossenschaften in der Champagne stammen bereits aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Inzwischen gibt es mehr als 140 Winzergenossenschaften, die das Traubengut von über 50 Prozent der Kleinwinzer aus der Champagne verarbeiten. Durch den großen Erfolg der Genossenschaften gerieten die großen, weltbekannten Handelshäuser unter Druck. Dreiviertel des gesamten Handels wird heute von den sieben größten Handelshäusern abgewickelt.

Heute sind für die Erzeugung des Champagner nur noch drei Rebsorten zugelassen, davon zwei rote und eine weiße: Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay. 10000 Hektar Rebflächen sind für den Pinot Noir bestimmt, um das Hügelgebiet von Reims. 9000 Hektar werden vom Pinot Meunier eingenommen, der hauptsächlich im Marne-Tal liegt. Die restlichen 8500 Hektar entfallen auf den Chardonnay. Dieser wird im südlichsten Teil der Champagne gepflanzt.

Das Geheimnis des Champagners ist die aufwendige Bereitung der Grundweine.  Das Pressen der Trauben muss äußerst vorsichtig und sorgfältig geschehen und der Most sofort von den Traubenschalen getrennt werden. Rosèfarbene Champagner werden nicht durch kurzzeitiges Vergären im Beisein der Traubenschalen wie bei normalen Rosèweinen erzeugt. Etwa 80 Prozent aller Champagner werden aus Grundweinen verschiedener Jahrgänge zu einer Assemblage verschnitten und kommen ohne Jahrgangsangabe auf den Markt. Bis zu hundert verschiedene Weine können für einen Champagner vereinigt werden. Der Grundwein ist der aktuelle Jahrgang. Der Rest sind ältere Jahrgänge, sogenannte Reservehilfen. Mit diesen Reserveweinen können die Hersteller jedes Jahr einen beinahe gleich schmeckenden Champagner herstellen. Die Flaschen werden für 15 Monate für einen jahrgangslosen Jahrgang gegärt und für einen Jahrgangschampagner sind 3 Jahre nötig. Um die abgesetzte Hefe aus den Flachen zu bekommen, müssen die Flaschen gerüttelt werden. Nur sehr exklusive Champagner werden noch per Hand gerüttelt.

Anbei noch eine kleine Übersicht der wichtigsten Champagner-Häuser:

Bisinger
Bollinger
Charles Heidsieck
De Venoge
deutz
Egyl-Ouriet
Eric Rodez
Fleury Père et fils
Gosset
Jaquart
Krug
Lanson
Laurent Perrier
Louis Roederer
Moet & Chandon
Mumm
Pommery
Ruinart
Taittinger
Veuve Cliquot Ponsardin
Vranken

In den letzten Jahren erfuhr der Rosè Champagner einen wahren Boom. Der Rosè zeichnet sich im Gegensatz zum traditionellen Champagner durch seine Süße und seine aufwändige Herstellung aus.

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