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Aktuelle Nachrichten zu Rotwein und Weißwein

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Der Kerner

Der Kerner ist als der kleine Bruder des Rieslings bekannt. Aus ihm lassen sich Weißwein aber auch Sekte herstellen. 1929 hat August Herold in Lauffen am Neckar die Kreuzung gezüchtet. Erst in den Siebzigern wurde er allerdings von den Winzern erneut gezüchtet, worauf ein Kerner-Boom folgte und man jenen auf jeder Speisekarte vorfinden konnte. Dieser Trend hielt bis anfang der Neunziger an, aktuell findet man ihn meist nur noch in Rheinhessen. Der Boden dort ist nämlich weder zu nass noch zu trocken und der Kerner kann somit im Spätherbst geerntet werden. Hohe Mostgewichte zu sehr Spitzenqualität sind keine Seltenheit; eine feinaromatische fruchtige Note ist die Konsequenz. Von Johannisbeere über Apfel bis hin zum Geschmack von Eisbonbon ist beim Kerner alles vertreten. Er passt zu leichten Speisen wie Fisch oder Gemüse sowie Geflügel. Als Spätlese passt er hervorragend zu Desserts.

Der Silvaner

Der Silvaner oder auch Sylvaner, Frankenriesling sowie Gamay Blanc ist unbekannter Herkunft. Man vermutet aber, dass er aus Österreich stammt. Er ist zart, fruchtig und frisch bis hin zu saftig. Ein hellgelb umgibt den vollen Körper mit wenig Säure. Oft hat er Aromen von Apfel, Mandel, Gras, Pfirsich und Erde. Er passt wunderbar zu Geflügel und Gemüse. Bis zu den 60er war er die wichtigste Rebsorte in Deutschland, heute ist der Silvaner weitestgehend unbedeutend.

Der Merlot

Der südfranzösische Merlot ist unter den Liebhabern sehr bekannt und gehört zu einer der am meist angebauten Rebsorten der Welt. Seine Heimat liegt in der Gegend rund um Bordeaux. Oft wird der Merlot als Cuvée mit Cabernet Sauvignon getrunken, welcher den Bordeaux-Wein veredeln kann. In Deutschland ist der Anteil des Merlot gemessen an angebauten Rebsorten lediglich bei der geringen Anzahl von 0,4 Prozentpunkten. In anderen Nationen wie Chile und Argentinien wiederum ist er sehr viel verbreiteter. Oftmals ist der Merlot aber nicht hochwertig genug, um die Qualität der berühmten Bordeaux-Weine zu erreichen. Hierzu muss er erst veredelt und gemischt werden. Einzige Ausnahme stellt der Château Pétrus dar, der zu der Gruppe der erstklassigen Weinen gehört. Der Name Merlot stammt aus dem französischem. Merle, „die Amsel“, bedeutet, dass die Beeren wohl auch sehr gerne von eben jenen Vögeln gegessen werden. Insgesamt mit einem leichten Geschmack, ist der Merlot ein sehr dunkler Wein mit einem relativ hohen Alkoholanteil von 12,5 Prozent. Vorzüglicherweise wird der Merlot jung getrunken, erinnert er doch an Pflaumen und später an Kräuter.

Der Dornfelder

Der Dornfelder ist eine relativ neu gezüchtete Rebsorte und wurde 1955 von August Herold durch Kreuzung einer Heroldrebe und Helfensteiner entdeckt. Mit auffälliger Farbtiefe sollte der Dornfelder eigentlich nur als Verschnittpartner helfen, um eben anderen Weinen eine kräftige Farbe zu geben. Dennoch hat der Anbau der Rebsorte in den letzten Jahren enorm zugenommen und ist bereits in diversen Qualitätsformen verfügbar. Ein harmonischer Geschmack erbrachte bereits diverse Prämierungen. Eine starke Behaarung und die Öffnung in der Spitze charakterisieren die Traube. Sie sind groß und dickschalig mit blauschwarzer Färbung. Saftreich und kernarm sowie und frühe Reifezeit sind weitere Merkmale.

Der Traminer

Der Traminer ist eine alte Rebsorte mit unbekannter Herkunft. Dennoch kann der Anbau bis in das alte Ägypten verfolgt werden. Die Trauben haben hohe Ansprüche an den Boden, weshalb sie wenig Kalk vertragen und frostempfindlich sind. Seinen Namen hat der Weißwein von der Ortschaft Tramin, Tirol. Er zeichnet sich durch seinen starken Geruch aus. Der Gewürztraminer, ein Abkömmling, ist am intensivsten im Aroma. Geeignet ist er für Wild, Geflügel und Ragouts. Auch wird der liebliche Traminer für Aperitifs genutzt, aber auch zu Zubereitung von Desserts. Sie haben einen grünlich-goldenen Ton. Die lange Lagerfähigkeit ist eine Besonderheit des Traminers.

Rotling

Der Rotling ist keine Traubenart, sondern ein bereits gefertigter Wein. Weiß und rote Trauben werden zusammengefügt. Er ähnelt aufgrund seiner eher hellroten Farbe einem Rosé, ist er aber nicht und wird daher fälschlicherweise oft verwechselt.

Zur Produktion sind keine speziellen Rebsorten vorgegeben. Allerdings dürfen keine schon fertigen Weine vermischt werden. Hauptanbaugebiete sind Franken, Baden, Sachsen und Württemberg. In Sachsen hat er aber seinen Ursprung. Dort wird er als „Schieler“ betitelt. Qualitätsrotlinge aus Württemberg heißen Schillerweine. Auch das „badisch Rotgold“ wird oft konsumiert, in welchem oft die Grauburgundertrauben dominieren.

Rotling ist ein leichter Terrassenwein, welcher zu Fisch und Geflügel passt.

Österreichs Weine nach Hongkong

Österreichische Lebensmittel sind im fernen Osten gefragt wie nie. Auf der am 11. bis 14. Mai stattfindenden Fachmesse HOFEX im Hongkong Convention Center und insgesamt 1800 Ausstellern auf 44 Ländern geht der österreichische Stand in die Offensive und möchte international Aufmerksamkeit erregen. Finanziert von der AWO beteiligen sich 19 Aussteller. Weine, Spirituosen,
Frischfleisch, Fleisch- und Wurstwaren, Bio-Ziegenkäse, Süßwaren und Schokoladeprodukte, Flaschen- und Sektkapseln, Drehverschlüsse für Wein und Spirituosen sowie Pizzaöfen und Grillgeräte werden repräsentiert.

2010 steigerten sich die Exporte um 10,6 Prozent auf 9,7 Millionen Euro. Ein bedeutender Zukunftsmarkt, denn generell sind 95 Prozent der Nahrungsmittel auf diesem Markt importiert. Regionale Produktion ist sehr gering. Bald sollen 30 Prozent österreichischer Nahrungsexporte nach China gehen, wobei stets auf Qualität und Einzigartigkeit geachtet werden soll.

Vor allem Wein wird mit Begeisterung konsumiert. 2008 stiegen nach Wegfall der Einfuhrzölle die Exporte um 89 Prozent, 2009 um weitere 46 und beläuft sich somit auf 822 USD. Hongkong ist mittlerweile die weltweite Nummer eins bei Wein-Auktionen.

Frost zerstört Weinernte

Die Eisheiligen haben fatale Folgen für die Württembergische Weinernte. Starker Frost hat bereits komplette Rebhänge vernichtet, ein Totalausfall der Ernte steht teilweise bevor – ausgerechnet nach der ohnehin schwachen Ernte 2010.

Lemberger und Dornfelder könnten dieses Jahr knapp werden. Rieslinge könnten total verloren gehen. Nächtliche Minustemperaturen sind hierfür der Grund, welche die Reben vom Remstal bis in den Stromberg praktisch frostgefroren hat. Ein solche Schädigung gab es vor circa zwei Jahrzehnten.
Ein Drittel der Rebfläche in Württemberg ist bereits betroffen. Vor allem kleinere Betriebe seien in ihrer Existenz gefährdet, da sie schon 2010 schwache Ergebnisse erzielen konnten. Die Stahltanks sind weitestgehend leer. Hoffnung besteht nur noch, wenn die Vegetation optimal verläuft und die restliche Ernte noch gerettet werden kann.

Regional sind die Schäden dennoch verschieden verteilt. Am Heuchelberg sind 60 Hektar Rieslinge zerstört, in der Bottwartekellerei lediglich 15 Prozent. Vor allem Tallagen sind betroffen. Die genauen Daten sind allerdings abzuwarten. Der Schock säße zwar tief, dennoch ließe sich erst im Juni nach der Blüte mehr sagen. Die Hoffnung zur Erholung der Ernte besteht also noch.

Für den Verbraucher könnte das ansteigenden Preise bedeuten. Aufgrund der Angebotsverknappung und der unelastischen Nachfrage, könnte es eine Verteuerung geben. Es bleibt also abzuwarten, wie die Entwicklung verläuft.

Der Kaiserstuhl und seine Maikäfer

Am Kaiserstuhl herrscht Maikäferplage – lediglich die Chemie kann jetzt noch helfen. Bereits im 19. Jahrhundert wussten Max und Moritz, wie die Krabbler aber auch anders verwendet werden konnten: nämlich unter Fritzens Decke. Zudem seien Maikäfer extrem fett, weshalb man aus ihnen herbes Fett durch Auskochen gewinnen könnte. 1951 wurden eine Milliarde Käfer in Wien gesammelt und zu Tierfutter verarbeitet.

“Man fängt die Käfer, von denen man 30 Stück auf eine Portion rechnen kann, frisch ein, löst ihnen die hornartigen Flügeldecken und zerstößt die Käfer, nachdem man sie früher sorgfältig gewaschen, in einem Mörser. Hierauf röstet man die Masse in heißer Butter und läßt sie in Fleischbrühe aufkochen, dann die Brühe durch ein feines Haarsieb streichen und richtet die Suppe über geröstete Semmelscheiben an“, heißt es in der Vibel um das Jahr 1870. So lassen sich die Käfer auch als Nachtisch auftischen – als Zusatz zur Torte. Maikäfersuppe ist eine ganz spezielle Delikatesse, man sollte aber noch Krebsschwänze hinzulegen. Bei widerspenstigen Gästen sollte der Inhalt dennoch verschwiegen werden.

Man bleibt gespannt, welche Weinkreationen sich aus dem Naturspektakel ergeben. Der Kaiserstuhl bringt bestimmt einen hervorragenden Jahrgang heraus!

VDP Präsident fordert genauere Bezeichnungen

Steffen Christmann, Präsident des VDP, fordert die Präzisierung von Herkunftsbezeichnungen bei Weinen. Die Verwendung der Großlagen stifte nur Verwirrung und trage nicht zur Klarheit bei. Auf der Mainzer Weinbörse meinte Christmann weiterhin, dass die bisherigen Bezeichnungen “sich für den Verbraucher wie kleine Weinberge hinter der Kirche anhören” würden. In Realität seien diese allerdings größer als manch Anbaugebiet. Somit nutze sich die Popularität einiger Orte zu Unrecht aus. Deshalb sollen die Gedanken deutschen Weinrechts nun bei der Umsetzung der EU-Weinmarktreform gestärkt werden.

Erwartet wird ein früher Marktstart für den Jahrgang 2011, denn es gab erhebliche Ernteausfälle. Zwei bis drei Monate, also schon im Januar sollen die ersten kommen.

Momentan wird auf der Mainzer Weinbörse in Fachkreisen über die Weinmarktreform der EU diskutiert. 950 Weiß- und 250 Rotweine werden zudem präsentiert, davon rund 650 Rieslinge. Auch Günther Jauch ist zu Gast.